27.09.2015 Pressemitteilung – Erfolgreicher Aktionstag von WISMAR FÜR ALLE

Am Samstag den 26. September 2015 veranstaltete das Bündnis WISMAR FÜR ALLE einen Aktionstag als Reaktion auf den Neonaziaufmarsch von „Wismar wehrt sich“. Der Aktionstag bestand aus einer Demonstration, einer Kundgebung und einem Fest unter der Einbindung von Geflüchteten. Trotz des Bemühens des Bündnisses konnte der Aufmarsch der Neonazis nicht durch Protest begleitet werden.

Der Aktionstag begann um 15:00 Uhr auf dem Wismarer Marktplatz mit einem vielfältigen Angebot, bestehend u.a. aus einer Refugees Welcome-Tafel zum selbst gestalten, einem Kuchenbasar auf Spendenbasis sowie Tanz und Fussballakrobatik durch syrische Geflüchtete. Musikalisch begleiteten die DJ’s der Spielwiese 7 das interkulturelle Fest. Gegen 18 Uhr endete die Bündnisdemonstration mit rund 80 Teilnehmern am Marktplatz. Dort folgten Redebeiträge von mehreren demokratischen Parteien und Organisationen. Dies stellte zugleich den Ablaufhöhepunkt der Marktplatz-Aktionen dar.

Parallel dazu hatten sich im Ortsteil Wendorf ca. 70 Personen für eine Kundgebung versammelt, um dort einen Akzent für Toleranz und Aufgeschlossenheit gegenüber Geflüchteten zu setzen und somit den Stadtteil nicht den hetzenden und teils erheblich alkoholisierten Neonazis zu überlassen, deren Aufmarsch mit rund 200 Teilnehmern unerwartet kleiner ausfiel. Dennoch hielten die Neonazis und Rassisten das aus vorherigen Aufmärschen bekannte Aggressionspotential auf hohem Level. So kam es u.a. zu einem tätlichen Angriff auf einen Polzeibeamten. Ein weiterer Neonazi zeigte den verbotenen Hitlergruß. Das Bild des Aufmarsches war an diesem Nachmittag stark durch das Führen von Reichskriegsflaggen geprägt. Der Pressesprecher Yves Salewski des Bündnisses WISMAR FÜR ALLE sieht dies als Bestätigung bisheriger Einschätzungen: „Spätestens jetzt hat sich „Wismar wehrt sich“ eindeutig zum historischen Nationalsozialismus bekannt.“

Am Abend räumte der AstA der Hochschule Wismar dem Bündnis auf dem Campus Open Air nach der Band Sondaschule eine Redezeit ein. Die Vertreter_Innen des Bündnisses ermutigten das Publikum sich aktiv für Geflüchtete einzusetzen und im Falle weiterer Neonaziaufmärsche gemeinsam mit WISMAR FÜR ALLE ihren Protest in Sicht und Hörweite der Rassisten kundzutun.
Zudem konnte der aus Afghanistan geflüchtete Wahid Yarmohammadi auf seine Situation und die Petition zur Unterstützung seines Asylantrags aufmerksam machen. Das Publikum erwiderte die Ansprachen mit Chören wie „Say it loud, say it clear – Refugees are welcome here!“.

„Der Kontrast an diesem Tag hätte nicht stärker sein können.“, so Monika Mück, Pressepsrecherin des Bündnisses, in ihrer Nachbetrachtung. Konträr zum aggressiven Neonaziaufmarsch setze sich WISMAR FÜR ALLE für einen offenen Dialog zwischen Wismarer Bürger_Innen und hier angekommenen Geflüchteten ein und förderte mit seinen vielfältigen Aktionen eine positive Protestkultur.

Das Bündnis WISMAR FÜR ALLE wird sich auch in Zukunft gegen menschenverachtende Hetze positionieren und Geflüchtete aktiv unterstützen.

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